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14.10.2014 10:33

Gewerbeverband lanciert Olympia 2022 Idee neu

Mein Kommentar dazu im BT vom 14.10.14


Der Bündner Gewerbeverband möchte die Olympia 2022 Idee neu lancieren. Mein Kommentar zu dieser Idee wurde im Bündner Tagblatt vom 14.10.2014 publiziert:

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Dass Olympische Winterspiele 2022 in Graubünden vom Tisch sind, ist klar. Das Volk hat entschieden, die entsprechenden Bewerbungsfristen sind längst abgelaufen, der Vergabeort wird schon in neun Monaten bekannt gegeben. Nur offen ist noch, ob der gigantische Tross in Almaty oder Peking Halt machen wird. Das kann man nun wahrhaben oder auch nicht, es ist aber die Realität. Dass der Gewerbeverband diese klare Faktenlage nicht richtig einschätzt, ist bedauerlich, aber bei weitem nicht das Hauptproblem.

Was mich vielmehr beschäftigt, ist die Fantasielosigkeit, welche der grösste Wirtschaftsverband an den Tag legt. Da trifft sich die wirtschaftliche Elite zu einer Konferenz, sieht grosse ökonomische Herausforderungen auf uns zukommen, kommt aber auf keine andere Idee, als in die Mottenkiste zu greifen und die Olympiakandidatur wieder zu lancieren. Innerhalb des Verbandes gab es nicht einmal Gegenwehr, die Resolution wurde einstimmig verabschiedet. Für mich ist es unverständlich, dass der Gewerbeverband keinen besseren Vorschlag finden konnte als einen, der schon zigfach diskutiert und von allen demokratischen Ländern als untauglich beurteilt wurde.

Als SP-Grossrat könnte ich ja eigentlich Freude haben, an einem fantasielosen Gegner, der sich – gelinde gesagt – ungeschickt öffentlich positioniert. Aber ich glaube an die Innovationskraft des Wettbewerbs. Er belebt das Geschäft, auch im politischen Diskurs. Graubünden hat grosse Herausforderungen vor sich, wir brauchen innovative, gute Ideen aus allen politischen Lagern. Dazu bräuchten wir einen aufgeweckten Wirtschaftsverband. Nicht einen, der alte, untaugliche Ideen recycelt (Olympia, Tiefsteuerpolitik) und dazwischen höchstens noch auf eine möglichst lasche Umsetzung getroffener Volksentscheide pocht. Bedenklich, wenn wir an einem Punkt angelangt sind, wo sich ein Linker einen stärkeren und besseren Gewerbeverband wünschen muss.


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