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05.01.2017 16:44

Inkonsequente Wirtschaftsverbände

Leserbrief zu Olympia 2026


Von den Bündner Wirtschaftsverbänden hört am gebetsmühlenartig folgende Forderung: Der Staat soll weniger regulieren, schlanker sein und daher auch weniger Steuern einkassieren. Soweit so legitim. Beim Olympia-Projekt scheint dieser Grundsatz für sie aber plötzlich überhaupt nicht mehr zu gelten:

1. Das Grobkonzept wurde mit mehreren hunderttausend Franken aus der Kantonskasse finanziert.

2. Für die definitive Kandidaturausarbeitung soll jetzt der Steuerzahler einen Verpflichtungskredit von 25 Mio. genehmigen und die gesamten Kosten tragen, die Wirtschaft beteiligt sich nicht daran.

3. Die Wirtschaftsverbände gingen sogar noch weiter, sie lassen sich nämlich auch die JA-Kampagne mit Steuergeldern co-finanzieren. Alle 114 Gemeinden wurden angefragt, Steuergelder für einseitige Inserate und Plakate einzusetzen. Mehrere zehntausend Franken sind so bereits für die JA-Kampagne zusammengekommen.

Ist das die Vorstellung der Wirtschaftsverbände eines schlanken Staats? Gehört nun sogar die Finanzierung von Abstimmungskampagnen zu den Aufgaben eines möglichst kleinen Staatswesens? Wenn Olympia solch ein gutes Geschäft ist, warum zahlt dann in erster Linie der Bürger und kaum die Wirtschaft? Warum übernehmen nicht die Unternehmen das Risiko, wenn sie ja dermassen von Olympischen Spielen profitieren würden? Inkonsequenter geht es wirklich nicht mehr! Der Steuerzahler soll von A bis Z das Risiko tragen und profitieren würde langfristig wohl höchstens das IOC. Ihre Steuergelder können besser eingesetzt werden, stimmen Sie am 12. Februar deutlich Nein. 

 

PS: Sehenswerter SRF-Rundschau-Beitrag zu Olympia (inkl. Interview mit Jon Pult) unter folgendem Link: http://www.srf.ch/sendungen/rundschau/wundermittel-olympia-jon-pult-eu-zittert-vor-le-pen-waffenboom 


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