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01.07.2016 20:29

Grossratseinkünfte

Zu Unrecht beschuldigt!


Diese Woche wurde ich, sowie Jon Pult und Andri Perl öffentlich beschuldigt, als Grossräte ungerechtfertigt Spesen für Reisen ins Unterland bezogen zu haben. Ein sehr unangenehmer Vorwurf, der anonym via Presse erfolgte. Ein Tag später hat die Präsidentenkonferenz des Grossen Rates diesen Vorwurf entkräftet. Sie hatte umfassende Abklärungen vorgenommen und festgestellt, dass unser Verhalten korrekt war. 

Diese Geschichte hat mich dafür sensibilisiert, dass die Bürgerinnen und Bürger ein Recht haben sollten, zu wissen, welche Bezüge ihre Vertreterinnen und Vertreter im Parlament erhalten. Zudem schützt Transparenz auch vor ungerechtfertigten Angriffen, wie sie uns erfahren sind.

Deshalb ist es mir ein Anliegen, offenzulegen, was mir mein GR-Mandat finanziell in den zwei Jahren, in denen ich im Amt bin, wirklich gebracht hat.

Auszug aus E-Banking zu Zahlungen Grossrat (Taggelder inkl. aller Spesen)

Stand, 1. Juli 2016

 

11.05.16      Gutschrift GR       1'707    
11.03.16     Gutschrift GR 4'057
11.01.16 Gutschrift GR 2'983
25.11.15 Gutschrift GR 2'542
25.09.15 Gutschrift GR 2'841
10.07.15 Gutschrift GR 5'510
11.05.15 Gutschrift GR 4'613
11.03.15     Gutschrift GR     1'921    
12.01.15    Gutschrift GR  3'205    
11.11.14    Gutschrift GR  1'897    
25.09.14    Gutschrift GR  2'206    
Total Einnahmenfür die ersten 2 Jahre33'482
Einnahmenpro Jahr16'741
-----------------------------------------------------
Kosten (pro Jahr)erfolgte Pensumsreduktion
(ca. Lohn/PK-Ausfall)
11'000
Mandatsbeitrag und
Mitgliederbeitrag Partei
1'250
Amortisation Wahlkampf
(1/4 der Gesamtkosten)
1'500
-----------------------------------------------------
reiner Zusatzverdienst
dank GR-Mandat
pro Jahr2'991

 

Wie Sie unschwer erkennen können, wird man - wenn auch das allenfalls einige meinen - mit Politik in Graubünden nicht reich. Ein paar wenige tausend Franken bleiben zusätzlich, für die vielen Stunden, die man am Abend, am Wochenende oder in den Ferien investiert. 2015 war übrigens ein aussergewöhnlich arbeitsintensives Jahr, da meine Kommission (KSS) das Regierungsprogramm vorbereitete und mehrere Gesetze diskutierte (=> gesamthaft über 40 Sitzungstage im 2015, was klar überdurchschnittlich ist). Des Weiteren hat im 2015 auch eine Landsession (in Arosa) stattgefunden, für deren Zusatzkosten wir entschädigt wurden.

Ich werde in Zukunft jeweils Ende Jahr publizieren, was ich mit meinem GR-Mandat eingenommen habe (Link).

PS. Eine Aufschlüsslung der oben dargelegten Zahlungen in die unterschiedlichen Beitragsarten (Reisespesen, Taggelder, Verpflegungsspesen, Reisezeitentschädigung) versuche ich vorzunehmen, wenn mir die Zahlen von der Verwaltung geliefert wurden.

Update (August 2016): Der Kanton hat mir die entsprechenden Details für die oben genannten Zahlungen geliefert:

2014
  4500 CHFTaggeld (netto)
  849 CHFReisespesen
  150 CHFÜbernachtungsspesen
  960 CHFVerpflegungsspesen
  849 CHFReisezeitentschädigung
2015
10406 CHFTaggeld (netto)
3517 CHFReisespesen
690 CHFÜbernachtungsspesen
2280 CHFVerpflegungsspesen
3517 CHFReisezeitentschädigung
2016 (1HJ)
  3376 CHFTaggeld (netto)
  834 CHFReisespesen
  0 CHFÜbernachtungsspesen
  720 CHFVerpflegungsspesen
  834 CHFReisezeitentschädigung

 

 


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Conradin, 02-07-16 13:54:
Lieber Urs

Ob die Diskussion übertrieben war oder nicht, lass ich die SO-Leserinnen und Leser entscheiden. Es war aber auf jeden Fall unangenehm, mit ungerechtfertigten Vorwürfen konfrontiert zu werden. Als Ökonom kennst du ja den Spruch „there is no such thing as a free lunch“. Das GA ist fixer, integraler Lohnbestandteil meines Arbeitsvertrags. Ich bekomme das GA nicht umsonst, mein Lohn ist um diesen Betrag angepasst. Ob man mir Lohn zahlt, damit ich ein GA kaufen kann, oder einen reduzierten Lohn und dazu ein GA bekomme, kommt am Ende des Tages auf das gleiche hinaus. Ich zahle auf mein GA monatlich AHV- und IV-Beiträge.

Obschon ich noch nicht alle Zahlen habe, kann ich mit Sicherheit sagen, dass die reinen Reisespesen nie die Höhe meines GAs pro Jahr erreichten.

Bis anhin war die Angabe von Reisespesen mit GA gemäss Geschäftsordnung klar erlaubt. Wie du in der Zeitung heute lesen konntest, wird das nun modifiziert und wohl ein Sockelbeitrag für GA/Büga-Besitzer ausbezahlt. Andere Kantone haben das noch besser gelöst, die geben z.B. einen Z-Pass ab.

Lieber Gruss, Conradin
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Urs, 02-07-16 09:12:
Lieber Conradin
Die ganze Spesendiskussion ist etwas übertrieben. Du hast dazu nun öffentlich Stellung bezogen, was ich gut finde. Eine Frage, welche als Gerücht besprochen wird und nichts dazu zu erfahren ist, besteht darin, wenn man Spesen abrechnet, obwohl man ein GA in den Spesen des Geschäftes finanziert bekommt, also nichts dafür selbst bezahlt hat. Wie verhält sich da die Situation bei Dir?
Freundliche Grüsse
Urs
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